Hitzeschutz
Hitze ist weit mehr als nur ein meteorologisches Phänomen oder ein Thema für den Smalltalk im Sommer. Sie ist eine gewaltige physikalische Kraft, die unseren Planeten formt, biologische Grenzen austestet und die moderne Gesellschaft vor enorme Herausforderungen stellt. Während wir Wärme oft mit Lebensfreude und Entspannung assoziieren, wandelt sie sich bei Extremwerten zu einer unsichtbaren Gefahr für die Gesundheit und die Infrastruktur. In Zeiten des globalen Klimawandels gewinnt das Verständnis von Hitze – von der Thermodynamik bis hin zu städtischen Hitzeinseln – eine völlig neue Relevanz. Es geht nicht mehr nur darum, wie wir uns abkühlen, sondern wie wir unsere Lebensweise langfristig an eine heißere Welt anpassen können.
Warum das Thema jetzt wichtig ist
Die Intensität und Häufigkeit von Hitzeperioden hat in den letzten Jahrzehnten spürbar zugenommen. Was früher als "Jahrhundertsommer" galt, wird zunehmend zur neuen Normalität. Dies zwingt uns dazu, sowohl unser individuelles Verhalten als auch politische Rahmenbedingungen neu zu bewerten – vom Arbeitsschutz im Freien bis hin zur Begrünung unserer Ballungszentren.
Natur & Klima:
Entstehung von Hitzewellen, globale Erwärmung und meteorologische Ursachen.
Mensch & Gesundheit:
Die Auswirkungen auf den Körper, Dehydration und präventive Schutzmaßnahmen.
Technik & urbane Räume:
Architektur gegen Hitze, Kühlungssysteme und die Gestaltung "kühler" Städte.
Aktuelle Hitzewarnungen des DWD
Wer ist bei Hitze gesundheitlich besonders gefährdet?
Menschen aus vulnerablen Gruppen reagieren besonders empfindlich auf Hitze oder können ihr Verhalten nicht ausreichend anpassen. Langanhaltende Hitze kann außerdem bestimmte Vorerkrankungen verstärken. Gefährdet sind vor allem:
- Menschen ab 65 Jahren
- Ältere alleinlebende Menschen, die Einschränkungen in ihrer Mobilität haben
- Pflegebedürftige Menschen
- Säuglinge und Kleinkinder
- Menschen mit Vorerkrankungen
- Menschen mit akuten Erkrankungen
- Menschen, die im Freien arbeiten und die körperlich schwer arbeiten
- Menschen in besonderen Lebenslagen (zum Beispiel Obdachlose, Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen)
Wenn Sie eine besonders gefährdete Person kennen, bieten Sie Ihre Hilfe an.
Was tun bei Hitze
Die wichtigsten Verhaltenstipps im Überblick:
- Trinken Sie regelmäßig, auch ohne Durst – am besten Wasser oder ungesüßte Tees. Ideal: 1,5–2 Liter täglich, bei großer Hitze mehr.
- Vermeiden Sie körperliche Belastung, insbesondere zwischen 11 und 16 Uhr. Verschieben Sie Erledigungen und sportliche oder anstrengende Tätigkeiten auf die frühen Morgenstunden oder den Abend.
- Halten Sie sich in kühlen Räumen auf und nutzen Sie öffentliche klimatisierte Orte, wenn es zuhause zu warm wird.
- Lüften Sie sinnvoll: Öffnen Sie die Fenster nur in den kühlen Morgen- und Abendstunden und verdunkeln Sie die Räume tagsüber.
- Tragen Sie luftige, helle Kleidung und bedecken Sie Ihren Kopf im Freien mit einem Sonnenhut oder Tuch.
- Benutzen Sie Sonnenschutzmittel: Am besten wasserfest mit hohem Lichtschutzfaktor, rechtzeitig und cremen Sie nach.
- Lassen Sie niemanden in geparkten Fahrzeugen zurück: Selbst bei mäßigen Außentemperaturen kann sich das Wageninnere in kürzester Zeit lebensgefährlich aufheizen. Dies gilt besonders für Kinder, ältere Menschen und Tiere selbst während kurzer Erledigungen.
- Auch Tiere brauchen Schutz: Stellen Sie frisches Wasser bereit, lassen Sie Tiere nie im Auto zurück und achten Sie auf Schattenplätze.
- Hilfsbereit im Alltag: Achten Sie besonders auf alleinlebende, pflegebedürftige oder hilfsbedürftige Menschen. Ein Anruf oder Besuch kann Leben retten.
- Medikamenteneinnahme: Halten Sie Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin vor Beginn der Sommersaison.
Notfalltipps
Langanhaltende hohe Temperaturen können zu verschiedenen Hitzeerkrankungen führen – besonders wenn zu wenig getrunken wurde, bei zu viel körperlicher Anstrengung und einer besonderen Vulnerabilität gegenüber Hitze. Durch das rechtzeitige Erkennen und dem Ergreifen von geeigneten Erste-Hilfe-Maßnahmen können schwere gesundheitliche Folgen verhindert werden.
Sonnenstich
Ein Sonnenstich ist ein Hitzeschaden, der durch Einwirkung von Wärmestrahlung auf die Hirnhäute ausgelöst wird.
| Typische Warnzeichen | Was tun? |
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Kontaktieren Sie Ihre Hausarztpraxis bzw. den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117.
Einige Symptome des Sonnenstiches ähneln denen des lebensbedrohlichen Hitzschlags, eine Abgrenzung ist oft schwierig. Bewusstseinsstörungen wie Verwirrtheit, Benommenheit, Bewusstlosigkeit und Krampfanfälle sind Zeichen eines schweren Sonnenstichs oder Hitzschlag. Im Gegensatz zum Sonnenstich ist der Hitzschlag ein medizinischer Notfall.
Hitzschlag
Von einem Hitzschlag spricht man, wenn es durch unzureichende Wärmeabgabe zu einer Überwärmung des gesamten Körpers kommt. Bei einem Hitzschlag kann der Körper die Temperatur nicht mehr regulieren, die Körpertemperatur steigt mitunter auf über 40,5° C an. Es kann zu einem lebensbedrohlichen Kreislaufkollaps mit niedrigem Blutdruck bis hin zum Schockzustand kommen.
Ein Hitzschlag ist immer ein Notfall! Wählen Sie sofort den Notruf 112!
| Typische Warnzeichen | Was tun? |
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Sonnenbrand
Sonnenbrand ist eine akute Entzündung der Haut, die durch übermäßige UV-Strahlung verursacht wird und zu Rötung, Schmerzen und in schweren Fällen Blasenbildung führen kann. Er entsteht durch übermäßige Exposition gegenüber ultravioletter (UV) Strahlung, insbesondere UVB-Strahlen, die von der Sonne oder künstlichen Lichtquellen ausgehen.
Bei Sonnenbränden benötigen folgende Personen ärztliche Hilfe:
- Babys mit Sonnenbrand
- Kleinkinder mit Sonnenbrand und Blasenbildung
- Alle anderen: Bei zusätzlichem Auftreten von Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder Kreislaufbeschwerden
Hitzeknigge des Umweltbundesamt
Der Hitzeknigge - über das richtige Verhalten bei Hitze
Die Anzahl heißer Tage und der Sommertage im Landkreis Garmisch-Partenkirchen nehmen durch den Klimawandel zu. Die Folge sind immer häufigere Hitzeperioden mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius. Das bedeutet jedoch nicht nur mehr sonnige Tage mit blauem Himmel und Badewetter, sondern zunehmend auch aufgeheizte urbane Räume und kaum nächtliche Abkühlung. Dies kann für den Menschen belastend sein und schränkt die Leistungsfähigkeit ein. Das Umweltbundesamt (UBA) stellt zur Sensibilisierung der Bevölkerung bei Hitzeereignisse den sogenannten Hitzeknigge zur Verfügung.
Weiterführende Informationen
Warnlagebericht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Bayern
UV-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD)
Newsletter „Hitzewarnungen" des Deutschen Wetterdienstes (DWD)
Hitzeschutz | BIÖG - Klima - Mensch - Gesundheit
Informationen für Eltern von Babys und Kleinkindern
Informationen für ältere Menschen
Arbeitsschutz: Hitze bei der Arbeit: Empfehlungen für Tätigkeiten bei hohen Temperaturen in Gebäuden
RKI - Gesundheitliche Auswirkungen von Hitze
Verbraucherzentrale Bayern: Wohnung kühlen: Was hilft gegen Hitze zu Hause?




