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Impfschutz und Tierschutz!
Ob auf der Weide oder im Hühnerstall – Bayerns Tierhalter blicken im Frühjahr 2026 auf eine angespannte Seuchenlage. Während die Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern ein Dauerthema bleibt, unterstreichen aktuelle Fälle der Newcastle Disease beim Geflügel erneut, dass der Infektionsdruck in den Beständen jederzeit wieder ansteigen kann. In beiden Fällen zeigt sich: Ein konsequenter Impfschutz ist der wirksamste Weg, um Tiere im Freistaat präventiv vor schweren Krankheitsverläufen zu bewahren.
Warum ist die Impfung so wichtig?
- Tierwohl: Geimpfte Tiere entwickeln bei einer Infektion deutlich mildere oder gar keine Symptome. Dies verhindert Tierleid und hohe Sterberaten.
- Wirtschaftlichkeit: Ein Impfschutz schützt vor Produktionsausfällen, wie sinkender Milchleistung, und hohen Kosten durch Tierverluste. Zudem erleichtern Impfungen den Transport von Tieren aus Restriktionszonen.
- Seuchenkontrolle: Eine hohe Impfquote reduziert die Viruslast in der gesamten Region und schützt somit indirekt auch Bestände, die noch nicht infiziert sind.
Besonders die Blauzungenkrankheit (BTV) bereitet Sorgen, da seit Herbst 2025 die Serotypen BTV-3 und BTV-8 parallel zirkulieren. Da das Virus durch winzige Mücken, sogenannte Gnitzen, übertragen wird, ist ein Schutz durch Insektizide allein oft unzureichend. Eine Impfung ist der einzige effektive Weg, um schwere Symptome, Todesfälle und wirtschaftliche Verluste zu vermeiden und wird von der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) weiterhin dringend empfohlen. Zuschüsse für Impfungen können von Tierhalterinnen und Tierhaltern bei der Bayerischen Tierseuchenkasse beantragt werden.
Parallel dazu rückt die Newcastle Disease (ND), auch „Atypische Geflügelpest" genannt, wieder in den Fokus. Seit Februar 2026 wurden vermehrt Ausbrüche in Bayern bestätigt. Diese hoch ansteckende Viruserkrankung endet für Hühner und Puten nahezu immer tödlich. Tierhalter sind daher grundsätzlich aufgefordert, den Gesundheitszustand ihrer Tiere genau zu beobachten und bei Auffälligkeiten umgehend tierärztlichen Rat einzuholen. Bestätigt sich der Ausbruch der atypischen Geflügelpest, schreibt das Gesetz zwingend die Tötung des gesamten Bestands vor. Im Gegensatz zur Blauzungenkrankheit ist die Impfung gegen Newcastle Disease für alle Geflügelhalter – auch für Hobbyhalter mit nur wenigen Tieren – in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben.
Klar ist jedoch: Eine Impfung allein ist keine hundertprozentige Garantie gegen jede Ansteckung. Sie bildet aber das entscheidende Fundament, um das Risiko und vor allem schwere Krankheitsverläufe massiv zu senken. Damit dieser Schutz optimal greift, bleibt die konsequente Hygiene im Stall und auf dem Gelände unverzichtbar. Erst das Zusammenspiel aus Impfschutz und Biosicherheit schafft die nötige Sicherheit gegen die aktuelle Seuchenlage.

